Häkeln unlimited

Posted on | February 22, 2019

Wir haben in der Vergangenheit schon viele gehäkelte Gegenstände gesehen. Lebensgroß gestrickte Skelette von Künstlerinnen, die Kunst und Anatomie im Forschungsprojekt vermischen oder gehäkelte Speisen für die Puppenküche. Die Illustratorin Caitlin McCormack hat einen Weg gefunden, ihre recht makabren Zeichnungen ‘plastisch’ zu realisieren, indem sie die Kunst des Häkelns verwendet. Ihre komplexen Abstraktionen umfassen kopflose Torsos, tierische Kreaturen, anthropomorphe Formen und kirchenartige Strukturen sowie Gemälde und Bücher.

Durch die Versteifung der aufwendig gehäkelten Baumwollschnur mit Klebstoff entsteht Material, das strukturell ähnlich ist wie empfindliches Knochengewebe. McCormack integriert experimentelle Medien wie Baumwollkordeln, Vintage-Stoff, verzierte Perlenobjekte und andere Materialien, die sie beim Durchstöbern von Flohmärkten findet. Sie beginnt damit, ein Exemplar persönlich oder über Bilder in Büchern oder im Internet zu beobachten, bevor sie dann eine Reihe von Skizzen aus dem Gedächtnis erstellt.

McCormack will mit ihren Häkelskulpturen ein Unwohlsein schaffen. Die ungewöhnlichen Skulpturen sollen eine groteske Surrealität auszudrücken. Der Tod spiegelt eine dystopische Vision wider, die einen Albtraum symbolisiert, der mit jeder abstrakten Skulptur dargestellt wird. McCormacks skelettartige Darstellungen einst lebender Kreaturen oder Teilmenschen und Teiltiere prägen die psychologische Brutalität einer zunehmend beunruhigenden modernen Welt.

Die Skulpturen sind makaber – aber genial in der unkonventionellen Sichtweise auf die traditionelle Handwerkskunst.